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Vom Lesestein zur refraktiven Chirurgie – die Entwicklung der Sehhilfen bis heute

Vom Lesestein zur Brille

Von der Erkenntnis der Lichtbündelung durch Hohlspiegel, wie sie in vorchristlicher Zeit schon der griechische Mathematiker und Physiker Archimedes gewann, bis zur Herstellung der ersten funktionstüchtigen Sehhilfen für Fehlsichtige war es ein weiter Weg.

Den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der Brille gaben der arabische Gelehrte Alhazen, der im 10. und 11. Jahrhundert umfassende Forschungen auf dem Gebiet der Optik betrieb, und der Franziskanermönch Roger Bacon, der im Jahr 1267 eine Sammellinse als „Lesestein“ beschrieb.

Zunächst wurden diese Lesesteine aus klaren Kristallen herausgeschliffen, so auch aus „Beryll“, einem Silikatmineral, welches auf diese Weise zum Namensspender für die „Brille“ wurde.

Nachdem ursprünglich der Lesestein entweder direkt auf den Text gelegt oder einseitig vor das Auge gehalten wurde, kamen gegen Ende des 13. Jahrhunderts die ersten Brillenfassungen auf, die so genannten „Nietbrillen“, die es erlaubten, beide Augen gleichzeitig mit einer Sehhilfe zu versorgen. Ab dem 15. Jahrhundert sind die ersten Bogenbrillen überliefert, die sich durch eine Klemmwirkung auf der Nase festhalten. Der gute Sitz der Brille blieb lange ein großes Problem; Kneifer, Bandbrille, Mützen- und Stirnreifbrille sowie das Monokel waren die Vorläufer der heutigen Schläfenbügelbrille.

Mit Brillengläsern konnte über zwei Jahrhunderte hinweg nur die Weit- bzw. Alterssichtigkeit ausgeglichen werden, da erst ab dem 15. Jahrhundert auch konkave Linsen, die eine Korrektur der Kurzsichtigkeit ermöglichen, geschliffen werden konnten. Moderne Gleitsichtbrillengläser, die in höherem Lebensalter eine gleichzeitige Korrektur von Fern- und Nahsehen mit einem einzigen Brillenglas ermöglichen, wurden erstmals im Jahr 1959 von dem französischen Optiker Bernard Maitenaz entworfen.

Von der Brille zur Kontaktlinse

Die ersten Versuche, die optische Korrektur direkt auf dem Auge vorzunehmen, unternahm der deutsche Physiologe Adolf Eugen Fick, der als Erstbeschreiber der „Contactbrille“ gelten darf. Die ersten Kontaktlinsen bestanden noch aus Glas. Sie waren sehr groß und stützten sich als sog. „Skleralschalen“ auf der Lederhaut ab. Sie konnten wegen des schlechten Tragekomforts nur über kurze Zeit hinweg ge- bzw. ertragen werden.

Pionier der heute üblichen, hornhautgestützten Kontaktlinsen in Deutschland war Heinrich Wöhlk, der in Kiel im Jahr 1951 die erste Serienproduktion einer formstabilen (harten) Kontaktlinse aus Plexiglas aufnahm.

Als Erfinder der modernen weichen Kontaktlinse gilt der tschechische Chemiker Otto Wichterle, der Mitte der 50er Jahre ein hoch wasserhaltiges, weiches Polymer, das sog. HEMA, entwickelte, und hieraus im Jahr 1961 erstmalig eine weiche Kontaktlinse herstellte.
 

Von der Kontaktlinse zur Refraktiven Chirurgie

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erste Versuche, durch augenchirurgische Eingriffe eine Korrektur von Fehlsichtigkeiten zu ermöglichen. Ein Ansatzpunkt war, durch Einschnitte in der Hornhaut deren Krümmungsradius so zu verändern, dass gezielt die Brennweite des Auges modifiziert werden konnte. Die verschiedenen Verfahren waren jedoch mit dem Risiko der Narbenbildung und der Verschlechterung der Abbildungsleistung des Auges behaftet, so dass sie sich in der Praxis nicht in größerem Umfang durchsetzen konnten.

Die heutzutage weltweit am häufigsten eingesetzten Verfahren der refraktiven Chirurgie (LASIK, LASEK, PRK) korrigieren die Hornhautbrechkraft durch den Einsatz eines Excimer-Lasers. Sie ermöglichen einen hochpräzisen und risikoarmen Ausgleich von Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit. Patienten, denen durch die Laserchirurgie nicht geholfen werden kann, stehen die Möglichkeiten der modernen Linsenchirurgie zur Verfügung. Diese erlaubt es, durch das Einsetzen künstlicher Augenlinsen zusätzlich oder an Stelle der natürlichen Linse auch hochgradige Fehlsichtigkeiten auszugleichen.


Die Qual der Wahl

Welches Korrekturverfahren – ob Brille, Kontaktlinse oder Refraktive Chirurgie – das bestgeeignete ist, hängt von medizinischen Erwägungen sowie von den Ansprüchen und Anforderungen der betroffenen Patienten ab. Ihr Augenarzt berät Sie gerne über die aktuellen Möglichkeiten.

Mehr zum Thema Refraktive Chirurgie lesen Sie in der Rubrik Zusatzleistungen

 

 

Experteninterview

PD Dr. med. Tobias Hudde zum Thema AMD.